Worum geht es bei der Beschneidung?

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Unter dem Begriff Beschneidung (Zirkumzision) versteht man die vollständige Entfernung der Vohaut vom Penis eines Jungen oder Mannes. Dabei kommt es zu einem Verlust von bis zu zwei Dritteln der gesamten Penishaut, vor allem im Kindesalter.

Die Beschneidung ist irreversibel: Sie verändert den Körper des Jungen unwiderruflich, indem die Vorhaut und deren spezifische Funktionen dauerhaft entfernt werden. 

Beschnitten wird aus medizinischen, religiösen oder traditionellen Gründen. 

Seit einigen Jahren wird die männliche Beschneidung kritisch hinterfragt, da sie einen massiven Eingriff in die körperliche Unversehrtheit von Jungen und damit in ein elementares Grund- und Menschenrecht darstellt. 

! Bei der Beschneidung eines gesunden Kindes wird gesundes und funktionelles Gewebe entfernt. Sie ist daher ein ethisch und rechtlich höchst bedenkliches Vorgehen - und das fast immer zum Nachteil von Kindern. 

Beschneidungsmethoden

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Grundsätzlich wird unterschieden in freihändige Methoden und solche, bei denen spezifische Beschneidungsinstrumente eingesetzt werden. In Deutschland erfolgen Beschneidungen in der Regel freihändig mittels Skalpell.

Beschneidungsmethoden gliedern sich in freihändige Methoden und Methoden, bei denen spezifische Beschneidungsinstrumente eingesetzt werden. In Deutschland erfolgen Beschneidungen in der Regel freihändig mittels Skalpell.


Freihändige Beschneidung


Die Vorhaut wird hinter der Eichelwulst ringförmig vom Penis entfernt. Bei einigen Varianten bleibt ein Teil der inneren Vorhaut erhalten, die zuvor auf der Eichel auflag. Diese ursprüglich innere Schicht wird nun ähnlich einem nach außen umgeschlagenen Ärmel hinter der Eichel vernäht. Bei anderen Methoden bleibt ein Teil der äußeren Vorhaut erhalten, wodurch die Beschneidungsnarbe unter dem Vorhautrest "versteckt" werden kann.

Vorteil der freihändigen Beschneidung ist, dass hierbei sauber chirurgisch gearbeitet wird und individuell bestimmt werden kann, wieviel Gewebe entfernt wird. Diese OP-Methode ist in jedem Alter durchführbar.


Gomco-Klemme


Die Gomco-Klemme unterbindet die Blutung und macht eine Naht unnötig. Die Vorhaut wird nach dem Abschälen von der Eichel mittels einer Schere der Länge nach aufgeschnitten und es wird eine kleine Metallglocke über die Eichel gestülpt. Nun wird die Vorhaut wieder nach vorne gezogen (über die Glocke gespannt) und durch eine spezielle Klemme fixiert. Dabei wird die Blutzufuhr unterbunden; die Vorhaut wird an der künftigen Schnittstelle blutleer gequetscht. Dieser Vorgang dauert einige Minuten. Die Glocke schützt die Eichel, während nun die Vorhaut mit dem Skalpell entlang einer von der Klemme vorgegeben Linie abgetrennt wird. Die entstehende Wunde verheilt meist ohne Naht.


Plastibell


Die Vorhaut wird durch Abschnürung zum Absterben gebracht. Dabei wird sie zunächst mit einem Instrument abgelöst, mit einer Schere längs aufgeschnitten und auseinandergefaltet, so dass ein spezieller Ring bzw. eine Plastikglocke zwischen Vorhaut und Eichel gebracht werden kann. Die über den Ring/die Glocke gespannte Vorhaut wird nun mit einem Faden so straff abgebunden, dass sie im Verlaufe einiger Tage abstirbt und meist von selbst abfällt.

Diese Methode ist höchst traumatisierend und wird vereinzelt auch noch in Deutschland angewendet. Sie wird als besonders sauber und schmerzarm gepriesen. Es handle sich um eine unblutige Form der Beschneidung, bei der nicht geschnitten werde.

Tatsächlich jedoch muss der betroffene Junge tagelang mit einer Plastikvorrichtung am Penis herumlaufen und zusehen, wie ein Teil seiner Geschlechtsorgane abstirbt.

Die Plastibell hat aufgrund tagelang fehlender ärztlicher Aufsicht eine erhöhte Komplikationsrate, z.B schwerste Infektionen mit Absterben von Gewebe. Verantwortungsvolle Ärzte lehnen diese Beschneidungsart deshalb strikt ab.

Es gibt noch viele weitere Beschneidungsinstrumente (z.B Mogen-Klemme, Tara-Klemme) und es werden neue entwickelt – Beschneidung scheint ein lohnenswertes Geschäft zu sein.

Oft muss bei Kindern als erstes eine noch bestehende Vorhautverklebung gelöst werden. Dabei wird ein medizinisches Instrument unter die Vorhaut geschoben und ein- oder mehrmals um die Eichel geführt. Die noch verklebte – also mit der Eichel verwachsene – Vorhaut wird dabei regelrecht von der Eichel abgeschält, was oft zu erheblichen Verletzungen der Eicheloberfläche führt. 

 

Beschneidungstypen

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Je nachdem wer beschneidet und welches Werkzeug verwendet wird, fällt das Ergebnis (Äußeres, Gefühlswahrnehmung) unterschiedlich aus. 

• Nach der Lage der Beschneidungsnarbe unterscheidet man:

niedrig, tief: 

Die Beschneidungsnarbe liegt unmittelbar hinter der Eichel, bei nicht erigiertem Penis also tief. Die normale Penishaut beginnt gleich hinter dem Eichelkranz.

hoch:

Die Beschneidungsnarbe liegt höher am Penis, weiter weg von der Eichel in Richtung Körper. Zwischen Eichel und Narbe befindet sich nun ein etwa 2 cm breiter Streifen meist rosafarbiger Haut. Dieser Teil der vormals inneren Vorhaut ist zunächst höchst sensibel für sexuelle Stimulation, verliert aber wie die Eichel im Laufe der Zeit an Emfindsamkeit.

• Nach der Straffheit der Schafthaut unterscheidet man:

locker: 

Ein Vorhautrest verbleibt am Penis, welcher die Eichel bei schlaffem Glied noch teilweise bedeckt. 

fest, straff: 

Es gibt keinen Vorhautrest mehr, die Eichel liegt in jedem Zustand des Penis vollständig frei. Die Penishaut kann bei einer Erektion extrem spannen. Straffe Beschneidungen im Kindes- und Jugendalter sollten unbedingt vermieden werden, da es sonst durch das Peniswachstum in der Pubertät zu schmerzhaften Hautspannungen kommen kann.



Es ergeben sich vier verschiedene Erscheinungsformen:

• hoch und straff 

• hoch und locker 

• niedrig und straff 

• niedrig und locker 

 

Die Beschneidungsart "niedrig und straff" hat dabei die mit Abstand schlimmsten Auswirkungen auf die sexuelle Empfindlichkeit des Penis, weil die Eichel völlig frei liegt, keine sensible innere Vorhaut mehr vorhanden ist und die Haut am Penisschaft zudem extrem straff vernäht ist.